Interview mit dem Bundespräsidenten 2026
Bundespräsident 2026
Guy Parmelin
Als Bundespräsident geniessen Sie während eines Jahres eine Sonderstellung an der Spitze der Regierung. Was bedeutet Ihnen dieses Amt?
Dass ich das Amt zum zweiten Mal ausüben darf, ist für mich eine grosse Ehre, die ich mit Respekt annehme. Im Präsidialjahr leite ich die wöchentliche Sitzung des Bundesrats, und ich bin noch mehr als sonst mit den Bürgerinnen und Bürgern im Austausch. Auch in den internationalen Beziehungen spielt das Amt des Bundespräsidenten eine wichtige Rolle: Ich vertrete die Schweiz im Ausland an wichtigen Anlässen und treffe auch andere Staatsoberhäupter.
Sie waren 2021 bereits einmal Bundespräsident. Was wird 2026 anders?
2021 waren wir noch in der Corona-Pandemie – dies hatte mein erstes Präsidialjahr inhaltlich geprägt, aber auch praktisch: Ich konnte damals nur beschränkt Menschen persönlich treffen. Inzwischen hat sich die geopolitische Lage stark verändert – somit gibt es im aktuellen Präsidialjahr ganz neue Schwerpunkte und Prioritäten. Und weil sich die Welt auch kurzfristig wandelt, weiss man selbst am Anfang des Jahres nicht, wie es enden wird.
Was ist Ihnen bei der Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern des Bundesrats besonders wichtig?
Kollegialität. Wir haben in der Schweiz ein einzigartiges politisches System mit einer Regierung, die sehr breit abgestützt ist. Vor und auch während einer Bundesratssitzung bringt jedes Mitglied den eigenen Standpunkt ein. Aber wenn der Bundesrat als Gremium eine Entscheidung gefällt hat, so vertreten wir diese – kollegial und loyal.